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“Gelogen” David Rakoff
“Das zentrale Thema meines Lebens besteht darin, Schwindler zu sein. Nein auch das ist gelogen. Das zentrale Thema meines Lebens besteht darin, einsam zu sein und schlank zu bleiben, aber Schwindelein spieln ebenfalls eine nicht unerhebliche Rolle.”
Der waschechte Großstädter Rakoff erkundet fremde Welten undercover, schwindelt sich als Abenteurer auf den meistbestiegenen Berg der Welt, als Marxist in einen amerikanischen Kibbuz, als Sigmund-Freud-Inkarnation in eine Weihnachtsschaufensterdekoration oder auch als Japanologiestudent in einen Kurs für *Innere Reinheit* unter der Leitung des Actionfilmhelden Steven Seagel.
Rakoffs Geschichten sind fast zu scharfsinnig und komisch, um wahr zu sein. Oder doch?
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Kritiken
“Vieleicht der scharfsinnigste und komischste Autor überhaupt” David Sedaris
“Der Mann sagt, wie es ist” Melissa Bank
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Folgenden Buchtipp habe ich in meinem Lieblings-Forum Startrampe.net gefunden:
*Ein Buch über das Scheitern ........ “Das zentrale Thema meines Lebens besteht darin ein Schwindler zu sein. Nein, auch das ist gelogen. Das zentrale Thema meines Lebens besteht darin einsam zu sein und schlank zu bleiben.“ Das schreibt David Rakoff gleich zu Beginn seiner vielleicht irgendwie autobiografischen Lebensgeschichte, die er auch noch “Gelogen“ genannt hat. Ansonsten ist der New Yorker eigentlich nur damit beschäftigt Dinge zu tun, die er besser lassen sollte. Zum Beispiel weil er glaubt, dass es ein Abenteuer sein könnte, den meist bestiegenen Berg der Welt zu besteigen. Die Folgen: Ein mittel schwerer Muskelkater, Blutblasen an den Füßen und die Gewissheit dass Großstadtmenschen nicht in die freie Wildbahn gehören. Auch schön, seine politischen Aktivitäten. Als Kommunist für Anfänger will er die Welt der Israelis in Ordnung bringen. Eigentlich überflüssig zu sagen, dass dieser Versuch granatenmäßig in die Hose geht. Naja und dann probiert er´s halt als die Wiedergeburt von Sigmund Freud in einer Weihnachtsdekoration oder Soapdarsteller. Als er dann anfängt, Japanologie zu studieren und unter der Leitung eines Hollywood Actionfilmstars ein Seminar zur inneren Reinigung belegt, ist endgültig Schicht im Schacht.
Das Buch “Gelogen“ ist brüllend komisch, selten war´s so schön, einem Menschen beim Scheitern zu zugucken. Okay, ich gebe zu, ich bin schadenfroh. Außerdem fragt man sich dauernd, ob das alles in echt passiert ist oder eben nur gelogen ist. So oder so macht es fürchterlichen Spaß, dieses Buch zu lesen – ungelogen.*
“.......das Buch ist wirklich klasse! und in *echten* Buchhandlungen muss man Glück haben, um das letzte vorrätige Exemplar noch zu kriegen. P.S.: die Formulierungen sind so gnadenlos schön, dass das Scheitern in den Hintergrund tritt, man wird also nicht melancholisch “
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Ich hatte Glück und habe eins dieser begehrten Exemplare ergattert können, hab´s gelesen und ich müsste lügen, wenn ich was anderes, wie oben zu lesen ist, behaupten würde. Klasse geschrieben, eben Humor mit Schmackes!. Schadenfroh war ich eigentlich nicht, ich habe mich beim Lesen einfach nur köstlich amüsiert.
Leseprobe
“Ich gehe nicht vor die Tür. Nur, wenn´s unbedingt sein muss. Der springende Punkt in New York zu wohnen ist doch der, das man nicht raus muss. Und wenn man Lust auf Grün hat? Lässt man sich Spinat kommen.”
“Eine kleine Anmerkung zwischendurch: Wenn dein Therapeut anruft, um einen Sitzungstermin zu verschieben - so wie meiner gerade eben, als ich den vorherigen Absatz zu Ende geschrieben hatte - und du ihn zum Lachen bringst (wie immer) und zum Ende des Gesprächs sagst: ”Na dann bis Mittwoch um halb eins”, und er antwortet: ”Ich freue mich drauf”, ist das gar nicht schlecht, oder?”
“Ich habe einen Zwei-Tage-Auftritt bei “Einseifen und Abspülen”. Ich verdiene mein Geld nicht als Schauspieler - es ist blos ein Hobby. Wenn ich eine der seltenen Einladungen zum Vorsprechen bekomme, geht es meistens darum, eine der beiden folgenden Standardrollen zu spielen: Jewy McHebrew oder Fudgy McPacker. Jewy McHebrew ist gewöhnlich die Sorte schnellsprechender-und-ach-so-sorgenvoller Talmud-Typ, dessen flotter Redeschwall, doppelbödige Antworten und gelispelte Schlusskonsonanten für das intellektuelle Ringen und die generelle Besorgnis stehen, die so typisch für das Auserwählte Volk, das Volk der Schrift sind. Jewy muss Sätze sagen wie “Papa, ich kann´s nicht fassen. Du hast das Geschäft verkauft?” oder “So essen wir denn die bitteren Kräuter! Warum? Weil sie uns an die Bitterkeit der ägyptischen Sklaverei erinnern!”
Fudgy kann demgegenüber alles Mögliche sein: da gibt es den phlegmatisch-herrischen, hochnäsigen Verkäufer/Hausmeister/Angestellten, der gewöhnlich Sätze sagt wie “Das führen wir diese Saison nicht, tut mir leid. Der Nächste!” Es gibt aber auch den besten Freund oder Tür an Tür wohnen Nachbarn Fudgy, der ständig hereinschneit und seine Tuntigkeit zur Schau stellt, in dem er zum Beispiel einen Carmen Miranda-Hut trägt, sofern er nicht kluge Ratschläge in Herzensdingen erteilt.”
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