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“Das Parfüm“ Patrick Süskind

 

Inhalt

Jean-Baptiste Grenouille landet unmittelbar nach seiner Geburt im Juli 1738 im Abfall auf einem stinkenden Pariser Fischmarkt. Er überlebt und fristet fortan ein elendes Dasein: ungeliebt, häßlich, zwangsläufig genügsam wie ein Zeck. Bis er eines Tages eine ungeheure Entdeckung macht. Er ist im Gegensatz zu jeder anderen Kreatur total geruchlos. “Sie konnten ihn nicht riechen. Sie hatten Angst vor ihm. Als Mensch ohne Geruch zum Außenseiter verurteilt, erschliesst er sich die Welt von Gerüchen und Düften, die er förmlich in sich aufsaugt.“ Sicher kein Vergnügen inmitten der “Kloake Europas“,wie Zeitgenossen das Paris jener Jahre getauft haben. Grenouille benutzt seine einmalige Gabe und arbeitet fieberhaft an der Kreation eines Duftes, der Liebe inspirieren soll , und wird darüber zum meistgesuchten Mörder.

 

 

Gleich zwei Leuten haben mir diesen Roman wärmstens empfohlen. Bei soviel Zufall, was blieb mir, bei meinem neugierigen Wesen über, ihn wirklich auch zu lesen?!

In einer Rezension habe ich entdeckt “Ein Buch, entweder man liebt es oder nicht!!“  .....und meine Neugierde war endgültig geweckt.

“Das Parfüm“ hat mich fasziniert und abgestossen zugleich! Der Roman ist eigentlich eine Kriminalgeschichte über einen Massenmörder im Frankreich des 18. Jahrhunderts und ich mag Geschichten über Mord und Gewalt nicht. Es ist aber auch ein Zeugnis, wie arm unsere Sprache an Worten ist. Versuch einen Blinden die Schönheit einer roten Rose zu erklären - es wird dir nicht gelingen, er wird die Schönheit nie wirklich erfahren...obwohl ja eine Rose auf den ersten Blick doch schön ist.  Grenouille konnte Schönheit riechen! Er war gierig nach ihr! Um sie ganz, in allen Feinheiten, in sich aufzunehmen, tötet er sie und er hatte die einmalige Gabe, diese Schönheit zu konservieren und somit das Leben für ihn unsterblich zu machen. Genie und Wahnsinn liegen manchmal so dicht beieinander. Und er hat noch etwas erkannt, wer die Düfte beherrscht, beherrscht auch die Herzen!

 

Leseprobe

“Und die Leute würden überwaltigt sein, entwaffnet, hilflos vor dem Zauber dieses Mädchens, und sie würden nicht wissen, warum. Und weil sie dumm sind und ihre Nasen nur zum schnaufen gebrauchen können, alles und jedes aber mit ihren Augen zu erkennen glauben, würden sie sagen, es sei, weil dieses Mädchen Schönheit besitzt und Grazie und Anmut. Sie würden in ihrer Beschränktheit seine ebenmäßigen Züge rühmen, die schlanke Figur, den tadellosen Busen. Und ihre Augen, würden sie sagen, seien wie Smaragde und die Zähne wie Perlen und ihre Glieder elfenbeinglatt - und was der idiotischen Vergleiche noch mehr sind..........Und sie werden alle nicht wissen, daß es nicht ihr Aussehen ist, dem sie in Wahrheit verfallen sind, nicht ihre angeblich makellose äußere Schönheit, sondern einzig ihr unvergleichlicher, herrlicher Duft! Nur er würde es wissen, er Grenouille, er allein. Er wußte es ja jetzt schon.

Ach er wollte diesen Duft haben! Nicht auf so vergebliche, täppische Weise haben wie damals den Duft des Mädchens aus der Rue des Marais. Den hat er ja nur in sich hineingesoffen und damit zerstört. Nein, den Duft des Mädchens hinter der Mauer wollte er sich wahrhaftig aneignen; ihn wie eine Haut von ihr abziehen und zu seinem eigenen Duft machen. Wie das geschehen sollte, wußte er noch nicht. Aber er hatte ja zwei Jahre Zeit, es zu erlernen. Es konnte im Grunde nicht schwieriger sein, als den Duft einer seltenen Blume zu rauben. Er stand auf. Andächtig fast, als verließe er etwas Heiliges oder eine Schläferin, entfernte er sich, geduckt, leise, daß niemand ihn sehen, niemand ihn hören, niemand auf seinen köstlichen Fund aufmerksam werde. So floh er an der Mauer entlang bis ans entgegengesetzte Ende der Stadt, wo sich das Mädchenparfüm endlich verlor und er an der Porte des Feneants wieder Einlaß fand. Im Schatten der Häuser blieb er stehen. Der stinkende Dunst der Gassen gab ihm Sicherheit und half ihm, die Leidenschaft, die ihn überfallen hatte zu bändigen.“