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“Der Zauberberg“ Thomas Mann

 

Den “Zauberberg“ habe ich als Hörbuch mit den Worten geschenkt bekommen: “Es ist das Buch der Bücher! Das Buch, welches man neben der Bibel auf eine einsame Insel mitnehmen würde!“

Nun, ich würde die Bibel weglassen und dafür einen CD-Player und ne Menge Batterien mitnehmen. Denn den Zauberberg muss man hören, es ist ein Erlebnis besonderer Art. Beim Hören wird das eigene Zeitgefühl vollkommen aufgehoben. Man fühlt sich, als würde man in die Handlung eintauchen.

Wer allerdings kurzweilige, locker, leichte Unterhaltung sucht, liegt hier falsch.

 

Auf eine ruhige, aber auch ironische Art, gespickt mit Zitaten und Weltanschauungen wird die Geschichte des jungen Hans Castorp erzählt. Er lebte bis zum Ausbruch des Weltkrieges sieben Jahre in einem schweizer Sanatorium für Lungenkranke, ohne selbst wirklich krank zu sein.

Deutsche Literatur - Marcel Reich-Ranicki

 

Leseprobe

Zitate

“Bosheit, mein Herr, ist der Geist der Kritik, und Kritik bedeutet den Ursprung des Fortschritts und der Aufklärung“

 

“Die Ohnmacht, das Weib zur Begierde zu wecken“

 

“Der Mensch soll um der Güte und Liebe willen dem Tod keine Herrschaft einräumen über seine Gedanken.“

 

“Ich will dem Tod die Treue halten in meinem Herzen, doch mich hell erinnern, daß Treue zum Tode und Gewesenen nur Bosheit und finstere Wollust und Menschenfeindschaft ist, bestimmt sie unser Denken und Regieren.“

 

“Alle Arbeit ist schwer, die diesen Namen verdient“

 

“Wie das wohl wäre, endlich den Druck der Ehre los zu sein und den Vorteil der bodenlosen Schande geniessen zu können?“

“Uns will scheinen, dass es moralischer ist, sich verloren zu geben, sich sogar vernichten zu lassen, als sich zu bewahren“

 

“Es ist unnütz, dem Schicksal in die Speichen zu fallen.“

 

“Ich fürchte, wir sind ganz und gar nicht so, wie es für uns in der Ordnung ist.“

 

“Lieben...lieben...Was ist damit gesagt! Das ist zu schillernd, zu unbestimmt das Wort. Der eine hat´s, der andere Liebt´s, wie ein Sprichwort bei uns sagt“

 

“Wozu Worte machen?  Wozu noch reden?“........“ In der Ewigkeit da redet man überhaupt nicht mehr!“

 

“Uns will scheinen, man sollte die Moral nicht in der Tugend suchen.“

 

“*Form*, Pedanterie in Reinkultur.“

“Oh die Liebe ist nichts, wenn sie nicht Torheit ist, ein wahnsinniges, verbotenes Tun und Treiben, ein Abenteuer im Bösen. Alles andere an ihr, ist nur angenehme Albernheit, ein nichtssagender Zeitvertreib, der gerade gut dazu ist, harmlose Schäferliedchen auf den heimischen Fluren vor sich hin zu reimen.“